Leitbild

Die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf

Mensch und Wissenschaft verpflichtet!

Die Fliedner Fachhochschule Düsseldorf ist eine junge private Fachhochschule, die in der von Theodor, Friederike und Caroline Fliedner begründeten Tradition der Kaiserswerther Diakonie wurzelt. Mit ihren Angeboten der wissenschaftlichen Qualifizierung für berufliches Handeln im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen setzt sie einen christlich fundierten und historisch tradierten Auftrag fort. Im Zentrum stehen der Mensch mit seiner voraussetzungslosen Würde und damit auch die Verantwortung für Andere und die Gesellschaft. Daran schließt sich die Idee der Zuwendung im beruflichen Handeln an.

Die Fliedner Fachhochschule formuliert hieraus ihren Bildungsauftrag für die Gegenwart. Dazu nimmt sie die Herausforderungen des aktuellen gesellschaftlichen Wandels für das Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen an. Sie unterstützt Studierende dabei, ihre wissenschaftlich-reflexiven und persönlichen Kompetenzen für ein verantwortungsvolles Handeln im beruflichen Alltag weiterzuentwickeln. Der akademische Bildungsweg bietet Chancen. Studierende entwickeln ihre Begabungen weiter und werden dazu befähigt, in leitenden, lehrenden und beratenden Rollen sowie mit einer besonderen Praxisexpertise ausgestattet, aktiv zur guten beruflichen Praxis beizutragen.

Mit dem Ziel Bildungschancen und die besten Bedingungen für den Studienerfolg zu ermöglichen, gestaltet die Fliedner Fachhochschule eine Hochschulkultur, die von Respekt und Offenheit geprägt ist und baut Strukturen der Teilhabe und der gemeinsamen Verantwortung für den Bildungsprozess auf. Mit ihren Beratungsangeboten begleitet die Fliedner Fachhochschule ihre Studierenden auf ihrem Bildungsweg, seinen Unebenheiten und in Übergängen. In diesem Sinn ist die Fliedner Fachhochschule in mehrfacher Weise sowohl Mensch als auch Wissenschaft verpflichtet. *

(* Das Leitbild stellt vor dem Hintergrund der gemeinschaftlich gedachten Entwicklung eine Orientierung für alle Mitglieder der Hochschule dar. Es ermöglicht die fortlaufende Diskussion über Grundsätze und Wertorientierung der Arbeit und unterliegt der regelmäßigen Prüfung und Überarbeitung.)


Weiterentwicklung des Fundaments und Anwendungsorientierung

Den Referenzrahmen für Lehre und Forschung bilden die wechselseitigen Bezüge von Mensch, Wissenschaft und Gesellschaft. Dabei werden wissenschaftliche und gesellschaftliche sowie berufliche Ansprüche integriert. In den einzelnen Studiengängen vertreten die Lehrenden an der Fliedner Fachhochschule überwiegend jüngere Disziplinen und Teildisziplinen. Vor diesem Hintergrund stehen zwei Aufgaben im Mittelpunkt:

In unserer Erkenntnis- und Vermittlungsperspektive berücksichtigen wir die Anwendungsorientierung unserer Disziplinen.

Zugleich wollen wir zur Weiterentwicklung des Fundamentes der jungen Fächer und Disziplinen beitragen. Dies schließt unsere Teilnahme an Forschung und Diskurs zur Fundierung der disziplinären Ausdifferenzierung ein.


Theorie-Praxis Verhältnis in Berufen mit und für Menschen

Anwendungs- und grundlagenorientierte Lehre und Forschung beziehen sich in den Studienangeboten der Fliedner Fachhochschule auf Inhalte und Fragestellungen mit Relevanz für berufliches Handeln im Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen.

In unseren Studiengängen und in Angeboten der wissenschaftlichen Weiterbildung berücksichtigen wir Bildungsnotwendigkeiten, die sich vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels für die Aufgabenverteilung und die Gestaltung neuer beruflicher Handlungsfelder ergeben.

Durch den Wechsel zwischen Studium und Arbeitswelt, der in den Studiengängen begleitet wird, geben wir Gelegenheit zu kritischem Einschätzen und konstruktiver Weiterentwicklung der beruflichen Praxis.

An der Fliedner Fachhochschule entwickeltes Wissen transferieren wir regelmäßig in interessierte akademische Fachgemeinschaften, Praxisfelder und weitere Öffentlichkeiten.


Forschendes Lernen in Wechselseitigkeit und Wertschätzung

Die Fliedner Fachhochschule bereitet auf anspruchsvolle und sich wandelnde berufliche Anforderungen vor. Nur selten finden Studierende Vorbilder dazu. Sie müssen noch nicht etablierte Rollen definieren, ausfüllen und weiterentwickeln. Hierfür bedarf es spezifischer fachlicher, sozialer und methodischer Kompetenzen. In der Praxis kommt es dabei auf eine professionelle Haltung an, die auf wissenschaftliche Erkenntnisse zurückgreift, sich authentisch auf Andere bezieht und so situativ handlungsfähig wird. Die Ausbildung dieser Kompetenzen erfordert spezifische Lern-Lehr-Arrangements.

Lernen und Lehren ist eingebettet in eine wertschätzende und anregende Interaktionskultur und eine Studienatmosphäre, die die Bereitschaft der Studierenden zur Selbstbewertung und zur kritischen Auseinandersetzung fördert.

In Lehre und Forschung stärken wir die Kompetenzen der Studierenden zur Teilhabe und schaffen Gelegenheiten dazu, Fähigkeiten und Kenntnisse in den Lern-Lehr-Prozess einzubringen.


Vielfalt, Teilhabe und ethisch reflektiertes Handeln

Unsere Lebens- und Arbeitswelten unterliegen heute einem beschleunigten Wandel, der der Vielfalt der Menschen nach Alter, Geschlecht, Behinderung, Migrationshintergrund oder Religionszugehörigkeit neues Gewicht gibt. Gleichzeitig bringt der Wandel die Strukturen des Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesens unter hohen Druck zur Standardisierung und Kosteneffizienz. Im beruflichen Alltag bleibt oft wenig Raum für die Berücksichtigung vielfältiger Bedürfnisse der einzelnen Menschen. Das stellt die beruflich Handelnden vor besondere ethische Herausforderungen. Die Fliedner Fachhochschule erkennt dies als Zukunftsbedingung und will – auch in Bezug auf Bildungsprozesse – Akzente setzen.

In Lehre und Forschung sind Diversität und sozialer Wandel wichtige Themen. In der Lehre thematisieren wir sozialethische Sichtweisen des Wandels unserer Gesellschaft und der gesellschaftlichen Wertorientierung, Fragestellungen der Ethik in Situationen professioneller Entscheidungsfindung, religionspädagogische Zugänge zu interreligiösem Dialog und das Thema Glaube als Ressource der Lebensgestaltung. Dabei ist der Respekt vor der Pluralität der Lehrmeinungen maßgebend.

Beratungs- und Begleitungsangebote knüpfen an die vielfältigen Ausgangsbedingungen der Studierenden an, zeigen Wege auf, fördern Begabungen und Stärken und helfen Schwächen frühzeitig zu bearbeiten, um den Studienerfolg zu sichern. Die Fliedner Fachhochschule unterstützt Personen, die in ihrem Alltag besonderen Belastungssituationen der Sorgeverpflichtungen gegenüber Angehörigen ausgesetzt sind, durch die Schaffung besonderer Rahmenbedingungen für das Studium.

Vor dem Hintergrund der diakonischen Tradition stärken wir die Akademisierung in Berufsfeldern, die in der Vergangenheit vorwiegend mit Frauenarbeit in Verbindung gebracht wurden. Wir fördern eine Öffnung und Innovation dieser Wahrnehmung. Im Sinne der Gleichstellung verfolgen wir eine geschlechtergerechte und geschlechtssensible Hochschulentwicklung. Aus der Perspektive der Inklusion sorgen wir darüber hinaus für eine gute Studiensituation für Studierende mit Behinderung.


Offene Hochschule in der Mitte der Gesellschaft

Die Fliedner Fachhochschule ist eine offene Hochschule, die ihren Ort in der Mitte der heutigen Gesellschaft des Wandels und der Vielfalt hat. Hier leben und arbeiten wir gemeinschaftlich zusammen und entwickeln uns weiter. Von hier aus kooperieren wir mit Anderen.

Wir verstehen uns als lernende Organisation. Die Entwicklung der Fliedner Fachhochschule wird von allen ihren Mitgliedern als gemeinsames Anliegen verfolgt. In diesem Sinne bauen wir ordnende und sichernde Strukturen auf und sorgen für Qualität und Transparenz der Entwicklungsschritte, Abläufe und Zuständigkeiten.

Wir sehen uns als Organisation, in der Beziehungen durch gegenseitiges Vertrauen charakterisiert sind. Eine wertschätzende Kommunikation und ein respektvoller Umgang aller Mitglieder untereinander sind uns ebenso wichtig wie Offenheit für Kritik und Konflikte.

Wir schätzen die Vielfalt der Herkünfte und Kompetenzen aller Mitglieder der Fachhochschule. Wir schaffen einen Raum der Stille für Gebet und Einkehr für Alle und fördern den interreligiösen Dialog. Darüber hinaus machen wir Angebote für Menschen, die neue Zugänge zu einer christlichen Glaubenspraxis suchen, die ihnen im beruflichen Alltag Unterstützung bedeuten kann.

Die fürsorgliche Verwaltung der uns anvertrauten Hochschule und der pflegliche Umgang mit den Ressourcen unserer Arbeit sind uns selbstverständlich. Unser Prinzip des gemeinwohlorientierten Wirtschaftens ist Ausdruck unserer Tradition.