Ich bin Kindheitspädagogin und bin im Bereich der ambulanten Hilfen zur Erziehung tätig. Mein Schwerpunkt in der Arbeit ist die Einzelfall-, Eingliederungs- und Familienhilfe. Ich betreue Kinder, Jugendliche und Familien, die in schweren Verhältnissen leben und für alles im Leben kämpfen müssen.

Besonders spannend an meiner beruflichen Tätigkeit finde ich die Vielfältigkeit. Im Bereich der ambulanten Hilfen zur Erziehung muss man sich zwangsläufig mit Themen auseinandersetzen, die einen belasten können wie Kindesmissbrauch, Suchterkrankungen oder psychische Erkrankungen, Gewalt oder Suizide. Man arbeitet immer zum Wohl und Schutz des Kindes. Die Fälle, die ich betreue, sind im Jugendamt alle als Kinderschutz Fälle eingestuft. Das bedeutet, dass es jederzeit passieren kann, dass die Kinder Inobhut genommen werden können. Ich arbeite eng mit meinem Team und dem Jugendamt zusammen. Mein Träger bietet zudem verschiedene Projekte, Sozialberatungen an Schulen/Kitas und Schulsozialarbeit an. Bei uns wird darauf geachtet, dass wir neben den Familienhilfen eine Eingliederungshilfe zum Ausgleich haben und an einem Projekt beteiligt sind. Zu den Projekten gehört z.B. wie ein Elterntraining, eine Krabbelgruppe oder eine offene Familienwohnung.

Ich bin die zweite Kindheitspädagogin bei uns im Team. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich gerade dadurch sehr anerkannt werde und meine Kollegen/innen mich gerade wegen meines anderen Know-hows schätzen. Ich werde gerne von Kolleginnen bei Fragen hinzugezogen. Da manche Familien nicht in der Lage sind, den Kindern eine gesunde Entwicklung zu gewährleisten, muss es Orte geben, an denen Kinder die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, eine Kindheit zu leben und sich selbst zu verwirklichen. Es muss Orte geben, an denen Kindern sich beschützt und willkommen fühlen, wenn dieses bei ihnen Zuhause nicht der Fall sein sollte.

Die Erfahrungen in der frühen Kindheit prägen einen Menschen sein ganzes Leben und entscheiden darüber, ob die Person gesunde und soziale Beziehung aufbauen und sich in die Gesellschaft integrieren kann. In jüngster Vergangenheit kann beobachtet werden, dass sich viele Familien in Krisen befinden und nicht in der Lage sind, Kindern das stabile Umfeld zu geben, welches sie für ihre Entwicklung gebrauchen. Deshalb braucht es Orte, an denen Kinder eine Chance bekommen, sich zu entwickeln, zu erfahren was Struktur und Unterstützung bedeutet und motivierte Fachkräfte, die die erlernte Theorie aus dem Studium in die Praxis umsetzen und Freude an ihrer Arbeit haben.

Miriam Münter