Kognitive Aktivierung im Pflegeunterricht – Entwicklung eines Analyseinstruments

Titel:Entwicklung und Validierung eines Instruments zur Analyse des kognitiven Potenzials von Aufgaben im Pflegeunterricht
  
Bearbeiterin:Prof. Dr. Bärbel Wesselborg
  
Laufzeit:06/2018 bis 06/2019
  
Kooperationspartner:Prof. Dr. Ulrike Weyland, Institut für Erziehungswissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität MünsterProf. Dr. Marc Kleinknecht, Leuphana Universität Lüneburg

Prof. Dr. Silke Kuske, Fliedner Fachhochschule (Advisory Board)

  
Kurzbeschreibung:Die kognitive Aktivierung von Lernenden gehört neben Klassenführung, Strukturierung sowie unterstützendem Sozialklima zu den zentralen Basisdimensionen von gutem Unterricht (Lipowsky 2015). Zur Analyse des kognitiven Potenzials von Aufgaben gibt es im deutschsprachigen Raum allgemeindidaktische und fachdidaktische Kategoriensysteme (Kleinknecht et al. 2011; Jatzwauk 2007). Im Bereich der beruflichen Bildung mangelt es in der Fachrichtung Pflege an Forschung zu Unterrichtsprozessen (Darmann-Finck 2015; Nickolaus & Wuttke 2010; Weyland & Reiber 2017). Die theoretisch fundierten pflegedidaktischen Modelle dienen vor allem der Erschließung pflegerelevanter didaktischer Perspektiven und sollten weiter empirisch abgesichert und ergänzt werden (Darmann-Finck 2015; Wesselborg 2016).Ziel des Projekts ist es ein fachdidaktisches Kategoriensystems zur Analyse des kognitiven Aufgabenpotenzials im Pflegeunterricht zu entwickeln. Als Basisinstrument soll das validierte Kategoriensystem zur Aufgabenanalyse von Kleinknecht et al. (2011) dienen, das sieben allgemeindidaktische Merkmale zur Analyse des kognitiven Potenzials von Aufgaben enthält und wesentliche Aspekte der fach- und allgemeindidaktischen Diskussion über Aufgabenkultur abdeckt. Dieses Instrument wird zunächst vor dem Hintergrund pflegefachlicher Anforderungen modifiziert und weiterentwickelt. Für die spezifisch pflegedidaktische Weiterentwicklung dient die „Interaktionistische Pflegedidaktik“ (Darmann-Finck 2010) als Rahmenmodell. Ausgehend von den Vorannahmen des Modells werden weitere deduktive Kategorien und Prozessmerkmale zur Kennzeichnung ‚guten Pflegeunterrichts‘ gebildet und das Kategoriensystem erweitert. Anschließend wird das Instrument anhand bestehender Pflegeunterrichtsvideografien von unabhängigen Beurteilern validiert und die Reliabilität überprüft.

Die Ergebnisse des Projekts sollen die Begründung eines pflegefachdidaktischen Instruments zur Beurteilung von kognitiv-aktivierenden Aufgaben im Pflegeunterricht ermöglichen. Dabei soll das Instrument weiteren empirischen Studien zur Qualität von Pflegeunterricht im Sinne einer Machbarkeitsstudie dienen. Zudem kann das Instrument als didaktisches Planungs- und Analyseinstrument in der Aus- und Weiterbildung von Pflegelehrenden eingesetzt werden und zur Professionalisierung des Bildungspersonals der Pflegeberufe beitragen.

                                                    
Fachliche Zuordnung:Cluster III
  
Mittelgeber/Förderer:Interne Forschungsförderung der Fliedner Fachhochschule
  
Veröffentlichungen:Kleinknecht, M., Maier, U., Metz, K., & Bohl, T. (2011). Analyse des kognitiven Aufgabenpotenzials. Entwicklung und Erprobung eines allgemeindidaktischen Auswertungsmanuals. Unterrichtswissenschaft, 29(4), 329-345.Wesselborg, B. (2016): Videobasierte Unterrichtsforschung: Einführung und Perspektiven zur Erforschung von Lehr-Lern-Prozessen am Beispiel der Pflegeausbildung. In: Brinker-Meyendriesch, E. & Arens, F. (Hrsg.): Diskurs Berufspädagogik Pflege und Gesundheit (S. 114–131). Berlin: WVB.

Weyland, U. & Reiber, K. (Hrsg.) (2016): Entwicklungen und Perspektiven in den Gesundheitsberufen – aktuelle Handlungs- und Forschungsfelder. Bielefeld: Bertelsmann

  
Links:https://www.uni-muenster.de/EW/personen/weyland.shtmlhttps://www.leuphana.de/universitaet/personen/marc-kleinknecht.html