Arbeiten in einer Mutter-Kind-Gruppe

Ich bin Kindheitspädagogin, habe an der Fliedner Fachhochschule studiert und arbeite als pädagogische Betreuerin in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche. Das ist meine zweite Tätigkeit als Kindheitspädagogin, denn ich habe vorher in einer Mutter-Kind-Gruppe gearbeitet. Beide Stellen gehören zur stationäre Hilfe zur Erziehung.

Meine Arbeit in der Mutter-Kind-Gruppe bestand in Begleitung, Unterstützung und Betreuung für Schwangere und Mütter (und deren Kinder), die aufgrund ihrer aktuellen, persönlichen Lebenslage solche Leistungen benötigen, um eine Zukunftsperspektive mit ihren Kindern entwickeln zu können. Besonders spannend an dieser Tätigkeit fand ich die Zusammenarbeit mit den Müttern. Diese Zusammenarbeit braucht ein hohes Maß an Vertrauen, Feingefühl und Respekt vor diesen Frauen, die in einem sehr sensiblen und belastenden Moment in ihrem Leben sind. Ich habe dort fast ein Jahr in einer Mutterschaftsschutz-Vertretung gearbeitet. Das war eine unvergessliche und sehr schöne Zeit in meinem beruflichen Leben.

Jetzt arbeite ich in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche, wobei mein Schwerpunkt Bezugsbetreuerin von drei Kinder zu sein ist. Die Kinder und Jugendliche, die dort wohnen, haben aus unterschiedlichen Gründen vorübergehend, längerfristig oder gar nicht mehr die Möglichkeit in ihrer Herkunftsfamilie leben zu können. Unsere Arbeit richtet sich individuell nach Bedarf des Kindes, seiner Familie und in Absprache mit dem Jugendsamt an einer Rückführung, der Verselbständigung oder der Beheimatung. Ich finde alles an dieser Arbeit spannend, sei es schulische oder medizinische Angelegenheiten zu organisieren, zu begleiten, zu unterstützen oder pädagogische Freizeit mit den Kindern zu gestalten oder einfach bei einem Nachtdienst eine kleine Kinderparty zu organisieren oder zusammen Abend zu essen. Wenn wir auf der Arbeit sind, „wohnen“ wir da, damit die Kinder stets ein Gefühl von Zuhause und Gemütlichkeit bekommen können. Wenn ich die Kinder und Jugendliche dort glücklich sehen kann, bin ich sehr dankbar, daran teilnehmen zu können!

In beiden Tätigkeiten ist mir klar geworden, dass man fachlich sehr gut vorbereitet sein muss, denn beide sind sehr verantwortungs- und anspruchsvoll. Aber genauso wichtig finde ich, dass man die Arbeit lieben sollte wie zum Beispiel Janusz-Korczak seine pädagogische Tätigkeit geliebt hat. Ich fand, dass was ich in meinem Studium gelernt habe, sehr passend für mein berufliches Leben ist!

Andréa Mehrens