Am 7. Oktober 2026 fand an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf der 5. Fachtag Kinderschutz des Kompetenzzentrums Kinderschutz statt. Unter dem Titel „Was tun, wenn nichts mehr greift? Kinder mit herausforderndem Verhalten im häuslichen und institutionellen Kontext“ widmete sich die Veranstaltung einer der komplexesten Herausforderungen in der Kinder- und Jugendhilfe: Situationen, in denen etablierte Hilfesysteme und pädagogische Ansätze an ihre Grenzen kommen.

In Keynotes, Diskussionen und praxisnahen Workshops ging es unter anderem um hoch eskalierte Fallverläufe, Deseskalation, Kind-zu-Eltern-Gewalt, Neurodivergenz und FASD sowie den Umgang mit Intensivstraftäter. Auch die Perspektiven von Jugendlichen mit Lebensmittelpunkt Straße, der sogenannte Drehtüreffekt und freiheitsentziehende Maßnahmen wurden thematisiert.

„Das Mindeste, was einem jungen Menschen zusteht, ist das Recht auf das eigene Gefühl.“
– Prof. Dr. Menno Baumann

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fachkräfte auch in herausfordernden und festgefahrenen Situationen handlungsfähig bleiben und tragfähige Perspektiven für Kinder und Jugendliche entwickeln können. Dabei wurde herausforderndes Verhalten nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit familiären, institutionellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen.

Der Fachtag bot Raum für fachlichen Austausch, Reflexion und Vernetzung. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus Bindungsforschung, Neurobiologie und systemischen Erklärungsmodellen wurden mit Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten aus der Praxis verbunden.

Ein besonderer Dank gilt allen Referent:innen, Workshopleiter:innen, Organisator:innen und Teilnehmenden, die mit ihrem Fachwissen, ihren Perspektiven und dem offenen Austausch zum Gelingen des 5. Fachtags Kinderschutz beigetragen haben.

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13. Oktober 2027
6. Fachtag Kinderschutz der Fliedner Fachhochschule: „Die Istanbul-Konvention umsetzen: Schnittstellen stärken für Kinderschutz, Frauenschutz und Täterarbeit“