Institutioneller Kinderschutz (CAS)
Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe müssen sichere Orte für Kinder und Jugendliche sein. Das Certificate of Advanced Studies (CAS) Institutioneller Kinderschutz vermittelt Ihnen das Wissen und die Handlungskompetenz, um Gefährdungen in Institutionen vorzubeugen, Schutzkonzepte zu entwickeln und professionell mit Verdachtsfällen umzugehen.
Sie lernen, die unterschiedlichen Schutzbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sensibel zu berücksichtigen, organisationale Abläufe zu gestalten und mit den verschiedenen Akteur:innen – von Eltern über Träger bis hin zu Aufsichtsbehörden – verantwortungsvoll zu kooperieren.
Das CAS richtet sich an Fach- und Leitungskräfte in Einrichtungen und Trägerorganisationen der Kinder- und Jugendhilfe, die institutionellen Kinderschutz wirksam umsetzen möchten. Nach Abschluss sind Sie in der Lage, Schutzprozesse präventiv und intervenierend zu gestalten und dabei fachlich fundiert, besonnen und machtkritisch zu handeln – in einem Arbeitsfeld von höchster gesellschaftlicher Relevanz.
Im CAS erwerben Sie 24 ECTS, die vollständig auf den Master of Advanced Studies (MAS) Kinderschutz sowie auf den akademischen Masterstudiengang Soziale Arbeit angerechnet werden können. Besonders flexibel: Wenn ein erster akademischer Abschluss vorliegt, ist ein direkter Einstieg ins dritte Semester des fünfsemestrigen Masters möglich. Der MAS setzt keinen Hochschulabschluss voraus.
Aufbau & Inhalte
Jeder Zertifikatskurs (CAS) beginnt mit einem Onboarding-Termin, der Ihnen einen ersten Überblick vermittelt und Sie auf die bevorstehenden Inhalte sowie die Arbeitsweise vorbereitet.
Der Kurs ist in drei thematische Blöcke gegliedert, die jeweils als Nano-Module gestaltet sind. Jedes Modul umfasst zwei Online-Seminare und vier Präsenztage.
Ergänzt wird das Programm durch flexible Selbstlernphasen, in denen Sie Fachliteratur lesen, Aufgaben bearbeiten und sich auf die kommenden Module vorbereiten. In Peer-Gruppen haben Sie zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen und das Gelernte gemeinsam zu reflektieren.
Das Zertifikatsstudium schließt mit einem unbenoteten Lernportfolio ab, das Beiträge aus den Nano-Modulen bündelt – mit Fokus auf Praxisbezug, Reflexion und wissenschaftliche Fundierung, ohne klassische Prüfungen.
Fokussierung des Kindeswohls im institutionellen Kontext bei Kindern und Jugendlichen, die nicht den Normvorstellungen einer altersgemäßen und regelhaften Entwicklung entsprechen
Spezifische Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung, von queeren Kindern und Jugendlichen oder von Kindern und Jugendlichen mit internationaler Familiengeschichte
Konzeptioneller Transfer dieser Schutzbedürfnisse auf die Arbeit in der eigenen Institution
Das erhöhte Risiko für Kindeswohlgefährdungen von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung, von queeren Kindern und Jugendlichen oder von Kindern und Jugendlichen mit internationaler Familiengeschichte
Erkennen von entsprechenden Risikofaktoren des eigenen Arbeitsfeldes
Gestaltung der eigenen Kinderschutzarbeit auf diese Risikofaktoren
Konzipierung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen für die betroffenen Kinder und Jugendlichen
Umgang in Einrichtungen mit (Verdachts-)Fällen auf grenzverletzendes oder misshandelndes Verhalten von Fachkräften
Umgang mit den betroffenen Kindern
Umgang mit den Personensorgeberechtigten
Umgang mit der betroffenen Fachkraft
Umgang mit dem Team
Umgang mit der Aufsichtsbehörde
Zur Notwendigkeit von externen Ressourcen bei der Überprüfung von Verdachtsfällen auf institutionelle Kindeswohlgefährdungen
Interventionsplanung bei Fällen von institutioneller Kindeswohlgefährdung mit Blickrichtung auf Kind, Eltern, Fachkräfte und Teams
Entwicklung und Implementierung von Verfahrensstandards zum Umgang mit Fällen von institutioneller Kindeswohlgefährdung
Definition des Begriffs „Kindeswohl“ und „Kindeswohlgefährdung“ im institutionellen Kontext
Rechtliche Grundlagen und Zuständigkeiten zum institutionellen Kinderschutz
organisationale Standards & Abläufe, um institutionellen Kinderschutz sicherzustellen
Herausbildung einer gemeinsamen pädagogischen Haltung in Teams, um eine grenzachtende und gewaltfreie Erziehung in Einrichtungen sicherzustellen
Rahmung aller Standards in einem institutionellen Schutzkonzept
Ausgestaltung der Leitungsrolle zur Sicherstellung des institutionellen Kinderschutzes
Qualifikationsziele
- Sie können die kindliche Entwicklung inklusiv und diversitätssensibel einschätzen.
- Sie können das Kindeswohl im institutionellen Kontext über Normvorstellungen einer altersgemäßen und regelhaften Entwicklung von Kindern hinaus fokussieren.
- Sie kennen das erhöhte Risiko für Kindeswohlgefährdungen von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung, von queeren Kindern und Jugendlichen oder von Kindern und Jugendlichen mit internationaler Familiengeschichte und können entsprechende Risikofaktoren des eigenen Arbeitsfeldes erkennen und die eigene pädagogische Arbeit darauf ausrichten.
- Sie können beim Umgang mit (Verdachts-)Fällen auf institutionelle Kindeswohlgefährdungen die Bedürfnisse und Rollen aller Akteur:innen (Kind, Eltern, Fachkraft, Team und Aufsichtsbehörde) berücksichtigen.
- Sie können Verfahrensstandards zum Umgang mit Fällen von institutioneller Kindeswohlgefährdung in Organisationen entwickeln und implementieren.
- Sie kennen die Rechtsgrundlagen zum institutionellen Kinderschutz und können diese anwenden.
- Sie können Leitbildprozesse zu grenzachtender und gewaltfreier Erziehung in Teams gestalten und die Ergebnisse implementieren.
- Sie können institutionelle Schutzkonzepte partizipativ erarbeiten und implementieren.
Termine & Kosten
Onboarding-Termin
Do., 01.10.2026, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Nano-Modul: Theoretische Vertiefung der Fachbasis: Kindliche Entwicklung inklusiv & diversitätssensibel einschätzen
Do., 08.10.2026, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 09.10.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 10.10.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 19.11.2026, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 20.11.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 21.11.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Nano-Modul: Kinderschutzmandat in Institutionen: Kindeswohlgefährdungen erkennen und abwenden
Do., 05.11.2026, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 06.11.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 07.11.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 10.12.2026, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 11.12.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 12.12.2026, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Nano-Modul: Einrichtungen zu sicheren Orten machen: Institutionelle Schutzkonzepte entwickeln und implementieren
Do., 14.01.2027, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 15.01.2027, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 16.01.2027, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 18.02.2027, 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 19.02.2027, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 20.02.2027, 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Die Kosten pro CAS belaufen sich auf 2.550 Euro.
Onboarding-Termin
Do., 25.09.2025 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Nano-Modul: Theoretische Vertiefung der Fachbasis: Kindliche Entwicklung inklusiv & diversitätssensibel einschätzen
Do., 09.10.2025 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 10.10.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 11.10.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 27.11.2025 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 28.11.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 29.11.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Nano-Modul: Kinderschutzmandat in Institutionen: Kindeswohlgefährdungen erkennen und abwenden
Do., 06.11.2025 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 07.11.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 08.11.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 11.12.2025 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 12.12.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 13.12.2025 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Nano-Modul: Einrichtungen zu sicheren Orten machen: Institutionelle Schutzkonzepte entwickeln und implementieren
Do., 08.01.2026 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 09.01.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 10.01.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 19.02.2026 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 20.02.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 21.02.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Die Kosten pro CAS belaufen sich auf 2.550 Euro.
Zugangsvoraussetzungen
Für die Zulassung benötigen Sie einen Berufs- oder Studienabschluss im Sozial- oder Gesundheitswesen, der Sie befähigt, als Fachkraft der Kinder- und Jugendhilfe tätig zu sein oder zu werden, z. B.:
- staatliche Anerkennung als Erzieher:in, Heilerziehungspfleger:in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger:in, Logopäd:in
- Bachelorabschluss Kindheitspädagogik, Soziale Arbeit, Frühförderung, Pädagogik (Sozial-, Kultur-, Reha-, Religion-), Sozialwissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie etc.
- Supervisor:innen
Ein Anschluss an ein akademisches Masterstudium (Master of Arts, Master of Science, Master of Business Administration) ist mit einem Bachelor oder Diplom möglich.
Dozierende
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Martin Menzel, Diplom-Sozialpädagoge (FH); Master of Arts (Sozialmanagement). Er arbeitet nach beruflichen Stationen in der Heimerziehung und der ambulanten Jugendhilfe seit 15 Jahren als Verfahrensbeistand („Kinder- und Jugendanwalt“) in familiengerichtlichen Verfahren, als berufsmäßiger Vormund und als Fortbildner und Forscher zu Kinderschutzthemen. Sein besonderes Interesse gilt dem institutionellen Kinderschutz. Er ist seit 2016 Lehrbeauftragter und seit 2022 Honorarprofessor und Sprecher des Kompetenzzentrums Kinderschutz an der Fliedner Fachhochschule.
Weitere Dozierende:
Prof. Dr. phil. Andreas Schrenk, Diplom Pädagoge, Diplom Sozialpädagoge (FH), arbeitete viele Jahre als Einrichtungsleiter in der Jugendhilfe. Als Professor bildete er Sozialarbeiter:innen mit aus und erarbeitete sich als Fortbildner, Organisationsentwickler, Autor und Vortragsredner Expertise für Konzepte zum Schutz vor Gewalt im weitesten Sinne und in allen Betreuungskontexten.
Felicitas Weßelmann, Diplom Heilpädagogin (FH), Weiterbildung zur Kinderschutzfachkraft, Fachberaterin inklusiver Kinderschutz und Schutzkonzeptberaterin. Sie gründete und leitete in der Vergangenheit eine Heilpädagogische Familienhilfe bei einem großen Träger der Eingliederungshilfe. Als selbstständige Seminarreferentin bietet sie heute Schulungen für Fach- und Führungskräfte zum (inklusiven) Kinderschutz und zur Schutzkonzeptentwicklung an.
Anmeldung
Es gelten die AGB für Weiterbildungen der Fliedner Fachhochschule.
Anrechenbarkeit
Dieser Zertifikatskurs (CAS) ist Teil des Master of Advanced Studies (MAS) Kinderschutz.
Die erlangten ECTS können vollständig auf den Master of Advanced Studies (MAS) sowie den akademischen Master Soziale Arbeit oder Kindheitspädagogik angerechnet werden.
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Beratung & Fragen
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