Digitaler Kinderschutz (CAS)
Digitaler Kinderschutz ist ein Thema, das uns zunehmend herausfordert. Es braucht Fachwissen zu kindlichen Schutzbedürfnissen wie auch Kenntnisse der digitalen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen und den Gefahren, denen diese dort ausgesetzt sind. Das Certificate of Advanced Studies (CAS) Digitaler Kinderschutz macht Sie zu Expert:innen, wie Kinder und Jugendliche im digitalen Raum vor Kindeswohlgefährdungen geschützt werden können und wie bei ihnen digitale Souveränität entstehen kann.
In drei Modulen schärfen Sie ihre Wahrnehmung für digitale Gefährdungen und lernen sowohl Präventionsmöglichkeiten als auch Interventionsstrategie kennen, um mit den verschiedenen digitalen Gefährdungslagen umzugehen.
Aufbau & Inhalte
Jeder Zertifikatskurs (CAS) beginnt mit einem Onboarding-Termin, der Ihnen einen ersten Überblick vermittelt und Sie auf die bevorstehenden Inhalte sowie die Arbeitsweise vorbereitet.
Der Kurs ist in drei thematische Blöcke gegliedert, die jeweils als Nano-Module gestaltet sind. Jedes Modul umfasst zwei Online-Seminare und vier Präsenztage.
Ergänzt wird das Programm durch flexible Selbstlernphasen, in denen Sie Fachliteratur lesen, Aufgaben bearbeiten und sich auf die kommenden Module vorbereiten. In Peer-Gruppen haben Sie zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Teilnehmenden auszutauschen und das Gelernte gemeinsam zu reflektieren.
Das Zertifikatsstudium schließt mit einem unbenoteten Lernportfolio ab, das Beiträge aus den Nano-Modulen bündelt – mit Fokus auf Praxisbezug, Reflexion und wissenschaftliche Fundierung, ohne klassische Prüfungen.
Einführung zu den Fragen, was unter dem Kindeswohl und einer Kindeswohlgefährdung zu verstehen ist
Dynamiken von sexualisierten Grenzüberschreitungen im digitalen Raum / Täter*innenstrategien
Formen sexualisierter Gewalt im digitalen Raum, wie Cybergrooming, Sexting und Doxxing
Diagnostische Aufmerksamkeit für Warnsignale der betroffenen Kinder und Jugendlichen
Rechtliche Orientierung zum Thema „sexualisierte Gewalt im digitalen Raum“
Prävention von Gefährdungen im digitalen Raum: Technische Schutzmaßnahmen, Medienkompetenz, soziale & emotionale Prävention
Intervention bei (beginnenden) Grenzverletzungen im digitalen Raum
Kinder, Jugendliche und deren Eltern als Adressat*innen von Hate Speech, Verschwörungserzählungen und extremistischer Propaganda
Analyse von Radikalisierungsprozessen im digitalen Raum – mit Perspektive auf Kinder/Jugendliche und deren Eltern
Vermittlung von Informationskompetenz und Herausbildung von Resilienz bei Kindern, Jugendlichen und Eltern gegenüber demokratiefeindlichen Inhalten
Interventionsmöglichkeit bei beginnender Radikalisierung von Kindern, Jugendlichen und Eltern
Umgang mit Radikalisierungsprozessen bei Kindern und Jugendlichen in pädagogischen Institutionen
Gaming als Gefährdungstatbestand: manipulative Mechaniken wie Lootboxen; unkontrollierter Kontakt zu Fremden in unmoderierten In-Game-Chats; subtile Einbindung ideologischer Inhalte in Gaming-Communities; Suchtrisiken
Medienpädagogische Strategien zur Förderung eines reflektierten Umgangs von Kindern und Jugendlichen mit Gaming
Digitale Angebote, die Essstörungen, Selbstverletzung oder Suizid verherrlichen und wie Kinder und Jugendlichen davor geschützt werden können
Sharenting: Die Verletzung der Privatsphäre des Kindes durch Eltern und wie Eltern für die Schutzbedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert werden können.
Qualifikationsziele
- Sie kennen Gefahren für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum hinsichtlich der spezifischen Dynamiken und Machtverhältnisse und verstehen die Eskalationsstufen vom Erstkontakt bis zur Kindeswohlgefährdung – bezogen auf sexualisierte Gewalt, gefährliche Weltbilder, Gaming und Sharenting.
- Sie sind in der Lage, frühzeitige Warnsignale und Verhaltensänderungen bei Kindern und Jugendlichen zu deuten, die digitalen Gefährdungen ausgesetzt sind.
- Sie verfügen über Handlungssicherheit in der Intervention bei Fällen digitaler Kindeswohlgefährdung innerhalb der Verantwortungsgemeinschaft im Kinderschutz – sowohl mit Blickperspektive auf Kinder und Jugendliche als auch auf Eltern und Betreuungspersonen.
- Sie erwerben Methoden, um die Informationskompetenz und demokratische Resilienz bei ihrer Zielgruppe zu fördern („Debunking“ und Quellenkritik).
- Sie sind in der Lage Interventionsstrategien für den Umgang mit beginnender Radikalisierung innerhalb pädagogischer Institutionen zu implementieren.
- Sie können Eltern für die Gefahren für Kinder und Jugendliche im digitalen Raum sensibilisieren und handlungsfähig machen, wenn Anzeichen auf eine Gefährdung sichtbar werden.
Termine & Kosten
Onboarding
Do., 05.11.2026 18:00 – 21 Uhr (Online)
Nano-Modul: Sexualisierte Gewalt im digitalen Raum
Do., 12.11.2026 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 13.11.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 14.11.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Do., 03.12.2026 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 04.12.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 05.12.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Nano-Modul: Gefährliche Weltbilder im digitalen Raum
Do., 26.11.2026 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 27.11.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Online)
Sa., 28.11.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Online)
Do., 17.12.2026 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 18.12.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Online)
Sa., 19.12.2026 10:00 – 18:00 Uhr (Online)
Nano-Modul: Selbstgefährdende Inhalte, Gefahren durch Gaming und Sharenting im digitalen Raum
Do., 21.01.2027 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 22.01.2027 10:00 – 18:00 Uhr (Online)
Sa., 23.01.2027 10:00 – 18:00 Uhr (Online)
Do., 11.02.2027 18:00 – 21:00 Uhr (Online)
Fr., 12.02.2027 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Sa., 13.02.2027 10:00 – 18:00 Uhr (Präsenz)
Die Kosten pro CAS belaufen sich auf 2.550 Euro.
Dieser Kurs hat aus inhaltlichen und organisatorischen Gründen einen verstärkten synchronen Online-Anteil
Zielgruppe
Fachkräfte von Jugendämtern und aus allen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe, wie Kindertageseinrichtungen, OGS, ambulante und (teil-)stationäre Angebote, offene Kinder- und Jugendarbeit
Lehrer*innen
Dozierende
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Martin Menzel, Diplom-Sozialpädagoge (FH); Master of Arts (Sozialmanagement). Er arbeitet nach beruflichen Stationen in der Heimerziehung und der ambulanten Jugendhilfe seit 15 Jahren als Verfahrensbeistand („Kinder- und Jugendanwalt“) in familiengerichtlichen Verfahren, als berufsmäßiger Vormund und als Fortbildner und Forscher zu Kinderschutzthemen. Sein besonderes Interesse gilt dem institutionellen Kinderschutz. Er ist seit 2016 Lehrbeauftragter und seit 2022 Honorarprofessor und Sprecher des Kompetenzzentrums Kinderschutz an der Fliedner Fachhochschule.
Anmeldung
Es gelten die AGB für Weiterbildungen der Fliedner Fachhochschule.
Beratung & Fragen
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Für eine fachliche Beratung wenden Sie sich gerne an:
