„Ich würde im Moment lieber an der Kasse arbeiten, als in der Kita“ titelte Felicitas Wilke am 30.4. eine Reportage über die Situation von Fachkräften in KiTas zur „Corona-Zeit“ auf Zeit Online (Wilke 2020). Diese Überschrift – wie auch der Artikel und die Diskussion darunter – lässt deutlich werden, dass die Ausweitung der Notbetreuungen bzw. die stufenweise Wiedereröffnung für die Fachkräfte in KiTas eine besondere Herausforderung darstellt. Einerseits scheint es pädagogisch kaum sinnvoll möglich, Abstandsregeln und Maskenpflicht, wie sie in vielen öffentlichen Bereichen als Voraussetzung so genannter „Lockerungen“ der Corona-Maßnahmen vorausgesetzt werden, umzusetzen. Andererseits scheint eine noch längere Aussetzung von Betreuungsangeboten erhebliche Probleme für Eltern, Kinder und letztlich die gesamte Gesellschaft mit sich zu bringen.

Aus dieser Situation heraus hat sich ein interdisziplinäres Forscherteam aus Professorinnen und Professoren der Fliedner Fachhochschule entschlossen, dieser Frage nachzugehen. Wie können die Potentiale, die sich Mediziner (und Politiker) durch die so genannte „Maskenpflicht“ erhoffen, um eine schrittweise Ermöglichung eines Alltags in Deutschland umzusetzen, auch im Betreuungsalltag der Kleinkindbetreuung so integriert werden, dass die pädagogische Arbeit nicht unverhältnismäßig stark beeinträchtigt wird?

In einer qualitativen Untersuchung hat das Forschungsteam mittels teilnehmender Beobachtung, leitfadengestützten Interviews und Video-Interaktionsanalysen untersucht, wie verschiedene schützende Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2-Viren (Corona) so gehandhabt werden können, dass bei Wiedereröffnung von Kindertagesbetreuung und Tagespflege die pädagogische Prozess- und Interaktionsqualität möglichst wenig beeinträchtigt werden und gleichzeitig pädagogische Fachkräfte weitestgehend geschützt werden. Untersucht wurden dabei der Einsatz von Mund-Nase-Abdeckungen (so genannte Alltagsmasken) mit transparentem Mundausschnitt sowie die so genannten Face-Shields (durchsichtige Gesichtsmasken). Im Ergebnis zeigt sich, dass der Einsatz von Mund-Nase-Abdeckungen im pädagogischen Alltag als nicht tauglich eingeschätzt wird, während Face-Shields eine schützende Alternative für pädagogische Fachkräfte im Umgang mit Kindern zu sein scheinen.

Die Ergebnisse der gesamten Studien finden Sie hier.

Das Forschungsteam:

Professor Dr. Sonja Damen, Professorin für Bildung und Erziehung in der Kindheit, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf

Professor Dr. phil. habil. Menno Baumann, Professor für Intensivpädagogik, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf

Professor Dr. med. Bernhard Hemming, Professor für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf

Professor Dr. Friederike Meßler, Professorin für Bewegung und Gesundheitsförderung in der Kindheit, Fliedner Fachhochschule Düsseldorf

Sara Alina Clauß, M.A. Soziale Arbeit, B.A. Bildung und Erziehung im Kindesalter, staatl. anerkannte Erzieherin, Lehrbeauftragte im B.A. Kindheitspädagogik an der Fliedner Fachhochschule Düsseldorf