Das Gesundheitswesen in Deutschland ist auch Spiegelbild der immer komplexer und vielschichtiger werdenden Gesellschaft. Organisationen verändern sich, Berufe und die Anforderungen daran sind einem steten Wandel unterworfen. Dabei sind in den letzten Jahren und Jahrzehnten besonders die Begriffe der „Professionalisierung“ und „Akademisierung“ zu handlungsleitenden Maximen geworden – verbunden mit kontroversen Diskussionen innerhalb der einzelnen Berufsgruppen.

Der diesjährige pflegehistorische Fachtag von Fliedner-Fachhochschule und Fliedner-Kulturstiftung, am 25. Oktober 2023, der damit insgesamt zum dritten Mal stattfand, widmete sich vor diesem Hintergrund der Frage der „Professionalisierung der Berufe in Pflege und Gesundheit“. Unterstützt wurde die Durchführung der Tagung maßgeblich durch die Haubrich-Stiftung.

Konkrete Veränderungsprozesse in den einzelnen Berufen, die sich in den verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens zeigen, standen im Mittelpunkt der Vorträge. Es wurde insbesondere berichtet aus der Kinder- und Säuglingspflege, der Altenpflege und der psychiatrischen Pflege sowie aus dem Operationswesen, dem Rettungswesen und von der Arbeit der Hebammen. Standesinteressen oder auch die Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen (nicht nur der Ärzt:innen) wurden in den Vorträgen wiederholt thematisiert, ebenso wie die Entwicklung der Akademisierung und des eigenen Berufsverständnisses. Nicht zuletzt wurde die Bedeutung der generalistischen Pflegeausbildung – gerade mit Blick auf die anderen Berufe – kontrovers und lebhaft diskutiert.

Der nächste Fachtag Pflegegeschichte wird am 29. Oktober 2024 in Kaiserswerth stattfinden. Thematisch wird es um den Personalmangel in der Pflege und die damit einhergehende notwendige Internationalisierung in historischer Perspektive gehen.